Fazit

Meine abschließende Meinung zur Kursfahrt.

Alles in allem würde ich sagen, dass diese Kursfahrt wunderschön war. Auch wenn wir uns vielleicht teilweise ein wenig genervt haben, wir uns eigentlich noch 2, 3° mehr gewünscht hätten, die Bungalows nicht perfekt waren und wir teilweise sehr erschöpft waren: wir haben so viel tolle Sachen gesehen, so viel gelernt, so viel Spaß gehabt!

Auch für die Aufgabe, den Blog zu schreiben, sind wir sehr dankbar – auch wenn man schon etwas Zeit hinein investieren muss, ist es schön, die Fahrt noch einmal Revue passieren zu lassen und seine Gedanken dazu aufzuschreiben.

Unsere Gruppe war sehr angenehm. Für die recht große Anzahl an Leuten gab es relativ wenig Komplikationen, und ernsthafte Streits – soweit ich es mitbekommen habe – sowieso. Zumindest nicht im wachen Zustand (sorry Clara ;D).

Ich habe das Gefühl, viele Leute so von einer ganz anderen Seite kennengelernt zu haben. Ich war mit zwei Personen auf einem Zimmer, mit denen ich vorher eigentlich noch nie richtig geredet habe, oder wenn dann nur über schulische Themen – und auf der Fahrt haben wir uns auf Anhieb verstanden und hatten viele, sowohl unterhaltsame, als auch ernsthafte Konversationen.

Auch der Umgang zwischen Lehrern und Schülern war sehr positiv – wir haben versucht, ihnen keine Probleme zu bereiten, und sie haben uns im Gegenzug viele Freiheiten gegeben.

Die Woche in Italien war toll. Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben.

Time to say goodbye

Freitag (Tag 6)

Leider war die Zeit gekommen, Abschied von Italien zu nehmen, naja, für’s Erste. Nach einer nicht wirklich langen Nacht gab es um acht Uhr Frühstück. Diesmal gab es zwei Kaffeeautomaten, welche sogar Kakao enthielten, und auch drei Sorten Marmelade warteten auf uns. Nach dem Essen packten wir den Rest in unsere Koffer, machten Fotos und sagten dem Feriendorf goodbye. Mit dem Bus, in dem es sehr ruhig war, weil die meisten schliefen, fuhren wir eine gute Stunde zum Flughafen. Wir checkten ein und gingen durch die Sicherheitskontrolle. Da wir noch zwei Stunden bis zum Abflug hatten, liefen wir am Gate rum und suchten uns noch Proviant für den Rückflug. Dieser dauerte zwei Stunden, kam einem aber viel kürzer vor, und war sehr entspannt. Angekommen in Berlin verabschiedeten wir uns nach der Kofferrückgabe von allen und wurden zusammen mit Dominique von Hennis Mutter nach Hause gefahren.

Stufen, Wasser und kleine Gassen

Donnerstag (Tag 5)

Nach dem frühen Frühstück, machten wir uns als kleine Gruppe von 7 Personen auf den Weg zum Bahnhof um die zwei Stationen nach Sorrent zu fahren. Wir liefen durch die kleinen Gassen zum Hafen, um von dort mit dem Schiff nach Capri zu fahren. Die Überfahrt dauerte ca. 20 Minuten, jedoch verging sie durch das schöne Wetter sehr schnell. Auf Capri angekommen waren wir von der Insel und dem kristallblauen Wasser fasziniert. Es war einfach traumhaft schön dort. Mit einem kleinen Bus (mit acht Sitzplätzen, aber laut einen Schild über der Tür für 42 Personen ausgelegt) fuhren wir bis nach Anacapri, ein kleines Dorf auf der Insel. Die Fahrt war sehr beengt und steil, jedoch war der Ausblick wunderschön. Anacapri wirkte wie ein Dorf aus einer anderen Zeit. Die kleinen Gassen und Häuser waren sehr eng und sehr schön. Wir besuchten eine Kirche und erkundeten die kleinen Geschäfte der Stadt. Nachdem wir durch die Stadt gelaufen waren, machten wir uns auf den Weg nach Capri, der Hauptstadt der Insel. Leider führte der Weg über eine unregelmäßige Treppe mit 983 Stufen abwärts. Dabei hatten wir den wunderschönen Ausblick, welchen man von der gesamten Insel hat, die ganze Zeit neben uns. Nach dem Abstieg und einem Irrweg durch die kleinen Gassen der Insel, um den Weg zur Stadt zu finden, fanden wir die Busstation und führen nach Capri. Wie gut, da der Weg zu Fuß sehr lange gedauert hätte. Capri ist die „Stadt der Schönen und Reichen“. Wir erkundeten sie in kleinen Gruppen innerhalb der zwei Stunden, die wir dort verbrachten. Wir liefen die Haupteinkaufsstraße lang, bis wir zu einem kleinen Platz kamen, an dem wir Pause machen und die Sonne genossen. Von der Pizza, die wir anschließend am Rathausplatz aßen, waren wir sehr enttäuscht. Für sechs Euro pro Pizza hatten wir eine Pizza erwartet, die mehr als 15 cm Durchmesser hat. Aber immerhin schmeckte sie gut. Wir liefen zum Hafen, entspannten auf den Steinen am Meer und gingen an den Ständen am Hafen vorbei. Leider hatten wir anscheinend nicht das richtige Ticket, weshalb wir 30 Minuten auf unser Schiff warten mussten. Wieder in Sorrent angekommen, hatten wir eine halbe Stunde Zeit, Mitbringsel und andere Dinge zu kaufen und endlich mein erstes Eis zu essen – es schmeckte köstlich. Wir wählten die Bahn so, dass wir pünktlich zum Abendessen ankamen. Diesmal gab es zur Vorspeise Nudeln in Sahne mit Speck, zum Hauptgang irgendein Fleisch mit Kartoffelbrei und zum Dessert einen Dosenpfirsich mit Sahne. Leider war es Zeit zu packen und sich langsam von allem zu verabschieden. Wir verbrachten den Abend, da es ja unser letzter war, erst am Strand und dann an den Bungalows. Für einige ging er länger für andere nicht. Aber sicher war, dass keiner vor zwei Uhr schlief.

Was ich gelernt habe.

Pompeji, Vesuv und Einsichten

  • Während der Kursfahrt habe ich einiges gelernt. Die wohl größte Erkenntnis für mein weiteres Leben, ist, dass ich Zeit habe.
    Ich muss mich nicht abhetzen, wenn ich meine Einkäufe und mein Geld an der Kasse einpacke.
    Ich muss nicht die nächste Bahn schaffen.
    Ich muss nicht vorm Frühstück geschminkt sein (außer einen selbst kümmert das eh niemanden aus der Gruppe, also, was soll’s?).
    Ich muss nicht. Ich kann, aber ich bin einfach zu nichts verpflichtet, solange ich mich an die Regeln halte.
  • Ich will nicht behaupten, dass ich vor unserem Ausflug wusste, an welchem Datum der große Ausbruch des Vesuvs war (ehrlich gesagt wusste ich nicht mal, dass Pompeji im Deutschen nicht wie im Englischen mit zwei ‘i’ am Ende geschrieben wird), doch jetzt konnte ich wenigstens die historischen Fehler in der (okay, sowieso fiktionalen) Serie “Doctor Who” identifizieren. In der Folge, in der der Doctor und seine Begleiterin Donna in der Zeit zurückreisen und in Pompeji landen, wird der 24. August 79 genannt – unser Tourguide Pepe hat uns jedoch erzählt, dass neuere Forschungen zeigen, dass der Ausbruch wahrscheinlich erst zwei Monate später war. Auch schaffen es die Seriencharaktere, in sehr kurzer Zeit zum Vesuv zu laufen – der Abstand zwischen Stadt und Vulkan wird hier deutlich untertrieben. Jedoch freute ich mich, in der Folge zinnoberrote Verzierungen an den Gebäuden zu entdecken, wie sie in Pompeji oft verwendet wurden. Pepe erzählte uns sogar, dass die Farbe teilweise auch “pompeji-rot” genannt wird. Was ich auch nicht wusste, war, wie viel größer der Vesuv vor 79 war. Wenn man die Außenseiten der beiden Berge, die damals aus dem großen entstanden, weiterführen würde, käme man auf die ungefähre damalige Höhe – überraschend viel!
  • Italiener sind verdammt gute Autofahrer. Zwar hält sich niemand an die Regeln, aber es wird aufeinander geachtet. In vielen Situationen musste ich die Luft anhalten, und war mir sicher: Nein, hier kommen wir nicht mehr weg. Jetzt müssen wir alle aussteigen und den Rest laufen. Unsere einzige Alternative wären sehr beschädigte Autos… – und zack hatten sich die beiden sich entgegenkommenden Busfahrer aneinander vorbei manövriert.
  • Außerdem habe ich realisiert, wie viele Personen unseres Jahrganges den Kinderfilm “Rock It!” geliebt haben, als er 2010 in die Kinos kam. Weil Mia und ich uns vor der Reise darüber unterhalten haben, habe ich in weiser Voraussicht den Soundtrack auf mein Handy geladen – und als ich ihn laufen ließ, waren wir nicht die einzigen, die laut mitgesungen haben. Ich habe nicht damit gerechnet, dass so viele die Texte noch auswendig können würden.
  • Carpe diem. Nutze den Tag, genieße den Augenblick. Oft gesagt, oft zitiert, oft ignoriert. Aber ja, es stimmt einfach. Viel zu oft war ich unterwegs, egal ob zuhause oder im Urlaub, und habe auf mein Smartphone gestarrt oder war in Gedanken versunken, ohne meine Umgebung tatsächlich wahrzunehmen. Darauf habe ich mich diese Woche konzentriert – versucht, die Blumen am Straßenrand zu identifizieren, versucht, den Hügel am Horizont zu sehen, versucht, zu verstehen, wie sich die Einheimischen verhalten. Es ist mir nicht durchgängig gelungen, doch trotzdem habe ich zwischendurch mein Handy einfach mal im Rucksack gelassen und einfach nur wahrgenommen, was mir auf jeden Fall einige schöne Bilder der Umgebung im Kopf behalten hat lassen.

Die Heimatstadt der Pizza

Mittwoch (Tag 4) – Hennis Sicht

Am Mittwoch waren wir nicht gemeinsam unterwegs. Nach dem Museumsbesuch, der noch mit der gesamten Gruppe stattfand, teilten wir uns auf. Während Mia gerne shoppen gehen wollte, waren meine einzigen Wünsche, heute endlich mein erstes Eis und meine erste Pizza Marinara zu essen. Also zog ich mit Dominique und Philipp los. Zuerst liefen wir von Eisdiele zu Eisdiele, um einen angebrachtes Preis-Leistungsverhältnis zu finden (wobei sich Leistung in diesem Fall auf Auswahl von Sorten und Größe der Becher bezieht). Die Jungs waren schon ein bisschen genervt, als ich endlich mein Keks- und “Kinder”-Eis in den Händen hielt. Anschließend liefen wir durch die Einkaufsstraße Via Toledo, guckten uns die Schaufenster an und hielten nach einer Pizzeria Ausschau. Wir fanden einen sympathischen, kleinen Laden mit einem guten Angebot – Pizza mit Getränk für 5€. Ich war überglücklich, eine Pizza Marinara essen zu können – in Italien zu überleben, ohne Käse zu essen, ist eigentlich eher schwierig, aber trotzdem ist es das einzige Land, in dem ich jemals diese wunderbare Pizzasorte ohne Käse gefunden habe. Als wir aufgegessen haben, sind wir zum Meer gelaufen. Auf dem Weg dahin sind wir über den Piazza del Plebiscito gelaufen. Die wunderschöne Nationalbibliothek und die “Basilica Reale Pontificia San Francesco da Paola” haben uns sehr begeistert. Den Rest der Zeit, bis wir uns wieder mit unserer Gruppe zusammengefunden haben, saßen wir an einer ruhigen Stelle des Hafens und haben die Sonne genossen.

Kunst trifft Shopping

Mittwoch (Tag 4) – Mias Sicht

Nach dem uns schon bekanntem Frühstück liefen wir bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zur Bahnstation. Von dort aus machten wir uns auf den fast ein einstündigen Weg mit der Bahn nach Neapel. Nach der Ankunft, bei gefühlten 25 Grad, liefen wir durch kleine Gassen, vorbei an kleinen Geschäften bis zum historischen Museum. Dort angekommen durften wir uns selbst durch das Museum bewegen. Es stellte in seinen großen, lichtdurchfluteten Räumen viel Skulpturen aus Pompeji und andere, auch modere, Projekte aus. Vor allem der Saal im Obergeschoss ließ uns mit den unglaublich hohen Wänden und dem detailreichen Deckengemälde in stillem Staunen zurück. Danach fuhren wir mit der U-Bahn zum Dante Platz, welcher gleichzeitig Treffpunkt für später war. Von hier aus hatten wir drei Stunden Zeit uns in kleine Gruppen durch die Stadt zu bewegen. Da wir von der Unterkunft ein Lunchpaket bekamen, weil es kein Abendessen gab, mussten wir uns etwas zum Essen suchen. Ich war mit Paula, Luisa und Annina unterwegs, wir teilten uns je zu zweit eine Pizza, die wirklich gut schmeckte und genossen das schöne, warme Wetter. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu Hauptstraße, um die kleinen Geschäfte zu besuchen und die eine oder andere Sache zu kaufen. Wir trafen uns pünktlich um 18 Uhr, um den Rückweg anzutreten, welcher knapp zwei Stunden dauerte, da wir einen großen Umweg fuhren. Wir ließen den Abend vor den Bungalows ausklingen.

Impressionen

Eindrücke vom Sommer.

Unterwegs in Italien gab es einige Dinge, die mir aufgefallen sind, die mir im Gedächtnis geblieben sind oder mich auf irgendeine Art und Weise berührt haben.

Was ich überraschend fand, war der fehlende Zitronengeruch. Ständig sind wir an Bäumen und an ganzen Plantagen vorbei gelaufen, und trotzdem konnte man es nie riechen. Selbst in der Straße in Sorrent, in der es in jedem Laden Zitronenseifen,  Zitronenbonbons und Zitronenlikör, war der Geruch überraschend schwach. Ich habe das Gefühl, die kleinen Zitronenseifen, die seit meiner Rückkehr bei uns im Wohnzimmer liegen, geben in etwa die gleiche Menge an Geruch ab.

Der Sommer ist in Italien schon deutlich weiter vorangeschritten als in Deutschland. Schon als wir aus dem Flugzeug traten, strahlte uns die Sonne ins Gesicht. Als jemand, der ansonsten eigentlich eher mit dem Auto verreist, war dieser harte klimatische Cut beeindruckend – aber sehr angenehm. Auch das Blühen der Blumen ist in Italien schon ausgeprägter. Die vielen bunten Blüten waren wunderschön anzusehen.

Die unbeschwerte Stimmung der Italiener, die sich sogar trauen, ihre Städte direkt am Fuß eines aktiven Vulkans zu bauen, schwappte auf uns über – mit der Sonne am Himmel war die Atmosphäre perfekt.